Wir haben uns in der Orga-Gruppe ein paar Gedanken darüber gemacht, wie wir uns den Umgang miteinander auf dem Camp vorstellen und wünschen. Hier sind einige Punkte, die uns bei unserem letzten Treffen beschäftigt haben. Auf dem Camp können wir das mit euch gemeinsam weiter entwickeln…

Wir wünschen uns besonders, dass es uns allen gelingt, achtsam mit den eigenen Grenzen und denen anderer Menschen umzugehen. Das ist gar nicht immer so leicht…
Wie kann ich bemerken und kommunizieren, dass meine Grenzen erreicht oder überschritten sind?

Wir wünschen uns, miteinander Kommunikation über Unwohlsein zu üben.
Wie gehe ich üblicherweise mit Ärger und Verletzung um? Lieber nicht nach außen zeigen? Mich zurückziehen? Augen rollen? Weggehen? Zurück argumentieren? Mich klein fühlen? Mich als besser, schlauer, irgendwas darstellen?
Was sind meine Muster?
Wir wünschen uns, dass es uns gelingt uns gegenseitig mitzuteilen wenn etwas in uns Unwohlsein auslöst. Wir kann ich mutig sein und sagen, was die Sachen mit mir machen, in mir auslösen?
Und gleichzeitig: Wer bin ich? Wem sage ich was? Wann? Warum?

Wir wünschen uns, dass es nicht um Besserwissen oder die neue Wahrheit geht! Wir haben große Lust auf einen Raum, in dem wir keine Antworten wissen müssen, sondern viele Fragen sein dürfen. Fragen an die ganz großen Themen und Fragen an die einzelnen Worte, die Bedeutungen, die das Gesagte für die einzelne Person hat.

Wir wünschen uns, nicht schnell sein zu wollen, sondern miteinander Entschleunigung zu üben. Wie schaffe ich es, nicht direkt zu reagieren, immer mal wieder innezuhalten? Zuzuhören? Nachzufragen?

Wir möchten im Austausch miteinander nicht bei abstrakten Diskussionen hängen zu bleiben, sondern uns gegenseitig dazu zu ermutigen, aus der eigenen Position zu sprechen und von eigenen Erfahrungen zu erzählen.

Dabei ist es uns wichtig, die gesellschaftlichen Strukturen nicht aus dem Blick zu verlieren, die eigene Position in der Gesellschaft mitzureflektieren und Hürden, Verstrickungen und Veränderungsmöglichkeiten aufzuspüren.

So wünschen wir uns beispielsweise das Zeigen nackter (erwachsener) Oberkörper im Zusammenhang mit Privilegien und sexistischen Strukturen zu betrachten und wünschen uns einen sensiblen Umgang (und entsprechendes (An)Sprechen darüber) vor Ort.

Wir wollen prozessorientiert unterwegs zu sein. Lösungen entstehen dann im Gehen. Fragezeichen und Unsicherheiten sind mehr als willkommen.

(Und: Uns ist es wichtig, dass keine Hunde mit zum Camp gebracht werden!)